Lesekompetenz: Fundament der Buchbranche und der Demokratie
Lesekompetenz ist eine zentrale Voraussetzung für Bildung, persönliche Entwicklung, beruflichen Erfolg und gesellschaftliche Teilhabe. Wer lesen kann, kann Informationen einordnen, unterschiedliche Positionen verstehen, Widersprüche erkennen und eigene Entscheidungen treffen. Leseförderung ist deshalb eine nachhaltige Investition in die Zukunft. Kinder, die Freude am Lesen entwickeln, können zu den Leserinnen und Lesern von morgen werden. Zugleich stärkt Lesekompetenz die Fähigkeit, sich in einer zunehmend digitalisierten Öffentlichkeit zu orientieren und demokratisch zu beteiligen.
„Wer lesen kann, ist in der Lage, die Haltung anderer zu verstehen, Widersprüche zu erkennen, Entscheidungen abzuwägen, eine differenzierte Meinung auszubilden und eigene Interessen zu formulieren.“
— Sebastian Guggolz
Die Förderung von Lesekompetenz ist daher eine zentrale Forderung des Börsenvereins und seiner Mitglieder.
Was wir bereits tun
Im Mittelpunkt der Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels stehen die Freude am Lesen und die Entwicklung von Lesemotivation. Unsere Projekte unterstützen Kinder und Jugendliche dabei, sicherer und selbstständiger mit Texten und Medien umzugehen. Durch die Einbindung von Verlagen und insbesondere des örtlichen Buchhandels ermöglichen die Projekte vielen Kindern und Jugendlichen einen ersten direkten Zugang zu Büchern und Lesekultur.
Der Börsenverein unterstützt bundesweite Initiativen wie z.B.:
- den Vorlesewettbewerb
- die Lesetüte
- “Ich schenke Dir eine Geschichte”
Buchhandlungen leisten einen wichtigen Beitrag. Sie beraten Schulen und Kindergärten, organisieren Veranstaltungen und stärken die Leseförderung in ihren regionalen Netzwerken.
Die zentrale Frage: Wie wird Leseförderung finanziert?
Leseförderung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Gleichzeitig müssen viele Buchhandlungen und Verlage ihre Aktivitäten weitgehend aus eigenen Mitteln finanzieren. Andere Akteure können auf staatliche Förderungen oder Unterstützung durch Stiftungen zurückgreifen. Damit Leseförderung dauerhaft wirken kann, braucht es verlässliche und langfristige Finanzierungsmodelle. Wie diese aussehen können und welche Verantwortung die einzelnen Akteure übernehmen, ist eine zentrale Frage für die Buchbranche.
Impulse des Landesverbands Nord
Auf der Jahreshauptversammlung am 27. & 28.06.2026 in Hamburg beschäftigten sich drei Panels mit der Frage: Was bedeutet Leseförderung, und welche Rolle übernehmen dabei Institutionen, Buchhandlungen und Verlage?
Thilo Schmid (Geschäftsführer Verlagsgruppe Oetinger) widmete seine Eröffnungsrede dem gemeinsamen Handeln für die Leseförderung. Luna Tallarek (Landessiegerin Hamburg Vorlesewettbewerb 2025) begeisterte das Publikum mit einer Lesung.
In einem Praxisgespräch diskutierten außerdem Almut Runge von der Buchhandlung Steuber in Wolfenbüttel und Hilke Heymann vom Bücherwurm in Braunschweig über das Thema: „Kinderbuch als Auftrag und Existenz – Geht das?“
Die Gespräche und Praxisbeispiele zeigten:
Leseförderung braucht Engagement vor Ort, starke Netzwerke und eine verlässliche finanzielle Grundlage.
Die Aufzeichnungen dieser und weiterer Gespräche können Sie hier und in unserem Videoarchiv noch nachschauen.